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Der Tanz unseres Lebens

19. Mai 2021   Sabine Engelhart   Aus dem Stadtteil, Freizeit, Hamburg, Heroes, Kursangebote, Tanz, Unkategorisiert  

Ruby Doo, Leiterin der Tanzschule SWING TIME, schreibt über den passenden Tanz für den schönsten Tag des Lebens im Wonnemonat Mai

Nun ist es bald Sommer. Und das wird wieder ein ganz besonderer! Hätten die Bräute gewusst, dass es an ihrem großen Tag 30°C im Schatten werden, wäre es doch kein langes Tüllkleid in Prinzessinnen-Form geworden, sondern ein kurzer, eleganter Petticoat mit feiner Spitze und ganz viel Aufwind beim Drehen. Und da sind wir beim Thema: Der Hochzeitstanz passend zum Paar.

„Es ist nie zu spät“, so lautet die Weisheit – doch sollte man sich trotzdem genügend Zeit nehmen, den berüchtigten Hochzeitstanz vorzubereiten. Meistens ist es so, dass eine Person des Hochzeitspaares eher kritisch dem Tanzthema gegenübersteht. Doch dabei kann es das High Light jeder Hochzeitsvorbereitung sein. Nur für euch, ein Tanz fürs Leben.

Die beste Strategie wäre, mit der Herzensdame oder dem Göttergatten wöchentlich einen Tanzkurs zu belegen. Dort lernt man ohne Hochzeitsdruck die ersten Schritte Richtung Tanz kennen. Und diese sind optimaler Weise, das Führen und Folgen zu verstehen und nicht die Füße in einem bestimmten Muster zu setzen. Wie bei der Liebe, muss man einen Weg finden, um zusammen vorwärts zu kommen und Missgeschicke aufzufangen und sich gegenseitig zu stützen. Im Tanz nennt man das Führen und Folgen. Doch es muss kein Walzer sein! Man sollte sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen, welche Musik man mag und welcher Tanz einem am Herzen liegt.


In der Ehe sollten sich keine schlechten Gewohnheiten einschleichen. Beim Führen und Folgen -im Swingten Lead und Follow genannt, kann man sich durch den Rollenwechsel in die andere Person hineinversetzen und am eigenen Leib erfahren, was sie benötigt. Und die Gelegenheit, wirklich zu verstehen, was der Partner braucht oder die Partnerin fühlt, sollte man sich nicht entgehen lassen. 


Nach ca. zwei oder vier Monaten wöchentlichen Trainings und ein paar Social Dances (Tanzveranstaltungen im Swing, aber auch Salsa), gehört der Tanz bereits zum Alltag dazu, wie der Verlobungsring am Finger…

Mit den Grundlagen des Lead und Follow ausgestattet, könnte man nun sinnvoll in die Privatstunden starten. Eine Lehrkraft, welche die volle Aufmerksamkeit dem Brautpaar widmet, kann an den individuellen Wünschen für den „ersten Tanz“ arbeiten. In der Regel suchen sich die Ehepaare in spe Musikstücke aus, die entweder viel zu langsam oder viel zu schnell daherkommen. Und da diese Songs nun einmal das Prädikat „Unser Lied“ tragen, ist an der Auswahl nicht mehr viel zu rütteln. Gut, wir befinden uns in den Tanzformen der Swingmusik: Wir können zu jeder Melodie tanzen. Ist das Lied zu schnell, gäbe es die Möglichkeit nur noch mit „Steps“ zu agieren. Das heißt, die schnellen „Triple Steps“ bleiben einfach außen vor, oder man geht in den frechen Tanz Charleston über. 

Figuren wie Side By Side, Change Place und Circle bekommen zwar eine etwas andere Energie, aber lassen den Angstschweiß auf der Stirn nicht ausbrechen. Bei den (zu) langsamen Stücken könnte der Bluestanz eine Lösung bieten. Er ist romantisch und träumerisch. Mit etwas Übung sind hier sogar Dips und Leans möglich. Das sind Figuren, bei denen der Leader den Follower hält, wie bei einem perfekten Kuss im Sonnenuntergang. Da kann schon mal ein Bein gekonnt in die Luft ragen.

In drei oder vier Privateinheiten können grobe Figurenabläufe auf prägnante Stellen der Musik gesetzt werden. Dann folgen noch ein paar Stunden, um Sicherheit und Freude zu spüren. Am Schönsten ist es allerdings, wenn das Hochzeitspaar seinen ersten Tanz als Social Dance nicht choreografiert absolviert. Denn eigentlich ist dieser Tanz allein für die beiden Personen, welche sich gerade die ewige Treue geschworen haben. Es geht nicht um Perfektion und Show, sondern eher darum, das wahre Leben zu zweit mit immer wieder neuen Herausforderungen, kleinen Rückschlägen und das wieder-zueinander- finden bewegt darzustellen. Das ist Leben, das ist Tanz. Für sie, für ihn, für alle, für immer in ihrem Leben.

Fotocredit: Heinz Brossolat

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