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Mode und Nachhaltigkeit – wie die Kampagne für saubere Kleidung sich in der Modeindustrie für Arbeiter*innen einsetzt

12. März 2021   Felicia Brandt   Corona, Fashion, Hamburg  

Mit Mode können wir, trotz dessen wir kein einziges Wort sagen, kommunizieren. Viele von uns definieren sich über ihren Kleidungsstil und zeigen so der Welt ihr Gesicht.

In unserem Kleiderschrank befinden sich im Durchschnitt 95 Kleidungsstücke pro Person. Fast jedes dritte Kleidungsstück bleibt davon ungetragen. Und der Großteil von ihnen wurde günstig in Asien produziert. Denn nur, weil ein Kleidungsstück einst viel Geld kostete, heißt dies noch lange nicht, dass diejenigen, die das Kleidungsstück produzierten, viel von dem Verkauf verdient haben.

Für ein T-Shirt im Fast Fashion Segment bekommen Näher*innen im Durchschnitt 13 Cent, wenn der Preis des T-Shirts um die fünf Euro liegt. Auf einen fairen Stundenlohn kommt damit keine*r der Näher*innen. Bei einem T-Shirt im mittleren Preissegment für ca. 30 Euro bekommen Näher*innen einen Anteil von 18 Cent.

Für Konsument*innen ist somit vollkommen unersichtlich, in welchem Szenario Arbeiter*innen in der Textilindustrie ausgebeutet werden.

Die Kampagne für saubere Kleidung hat sich zum Ziel gesetzt, sich für die Rechte von Arbeiter*innen in der textilen Lieferkette einzusetzen und die Modeindustrie in ihre Pflicht zu nehmen. Dabei versucht sie an Unternehmen zu appellieren und führt an die Politik gerichtete Kampagnen durch.

Seit ihrer Gründung 1996 bemüht sich die Kampagne für saubere Kleidung (CCC) Deutschland mit verschiedenen Aktionen für mehr Gerechtigkeit in der textilen Kette und versucht Konsument*innen auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Nehmen wir als aktuelles Beispiel die Corona-Krise, die natürlich auch in Deutschland seine Folgen hinterlassen hat. Unter der Krise hatten jedoch auch die Arbeiter*innen in den Produktionsländern der Bekleidungsindustrie zu leiden. Im ersten Lockdown stornierten viele Modelabels ihre Aufträge in den Produktionsstätten, da Geschäfte schließen mussten und ein Absatz der Ware unsicher blieb. Dies hatte zur Folge, dass tausende Arbeiter*innen in beispielsweise Bangladesch keine Lohnfortzahlung erhielten oder ihre Jobs verloren und die Modelabels wie z.B. Zara, H&M, und Primark taten nichts um diese Existenzgefährdung zu verhindern.

Die Regionalgruppe der CCC in Hamburg hat deshalb im vergangenen Jahr mit verschiedenen Aktionen versucht aufmerksam auf dieses Thema zu machen. Sie stand im Austausch mit Firmen, um heraus zu bekommen, wie sich die Modelabels in dieser Situation für ihre Arbeiter*innen einsetzen. Um dies zu unterstützen, gab es Aktionen, die dazu aufriefen, alle Arbeiter*innen in diesen Zeiten weiterhin zu bezahlen und das Lieferkettengesetz endlich ins Laufen zu bringen.

Unter dem Hashtag #PayYourWorkers hatten Mitglieder der CCC Hamburg Etiketten in Warenhäusern an Kleidung gehängt, um auch während des Social Distancing auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Die Arbeit der Kampagne für saubere Kleidung und ihre Regionalgruppen ist von einem essentiellen Wert für die Textilindustrie. Menschenrechte und ein fairer Umgang sollten überall umsetzbar sein, auch wenn dies meist schwer greifbar über viele Ländergrenzen scheint. Denn nur dann können wir umso mehr darauf vertrauen, dass wenn wir Kleidung kaufen, dafür niemand mehr leiden musste.

Mehr über die Arbeit der Kampagne für saubere Kleidung findet ihr hier.

Quellen: https://bit.ly/30yWAtW, https://bit.ly/2PU6Wm3, https://bit.ly/38qrpVS, https://bit.ly/3ezk6iJ

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