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Michael Weber liest Nomeda von Oldenburg

11. Januar 2021   Claudia Berg   Aus dem Stadtteil, Literatur, Lyrik  

Der Schauspieler Michael Weber liest im Rahmen von „Poesie im Alltag – Gedichte aus der Nachbarschaft!“ einen Text von Nomeda von Oldenburg: „Corona„.

Corona

Corona, ausgebremste Zeit, des einen Leid, des andern Freud, am Lesen, was die Bildung würzt, zum Beispiel „Troja “ (stark gekürzt):

Es segelte von Troja-Strand der Paris hin nach Griechenland. Mit Aphrodit verdrehten Sinnen kam er, die Schönste zu gewinnen. Das war die schöne Helena, so schön, wie er noch keine sah. Sie guckte schon zum Fenster raus, die Frau von König Menelaos’. Kaum war der Menelaos’ zur Jagd, hat Paris Helena gefragt:“ Kommst du mit mir heim nach Troja?“ Und Helena ruft freudig „ oh ja!“ Sie segelten mit Mann und Tross nach Troja hin zu Priamos.

Der Himmel strahlt, es blüht der Ginster, nur Kassandras Blick wird finster. Trotz der Düfte von Mimose stinkt zum Himmel ihr die Chose – „lasst doch die schöne Helena da, wo sie schon immer war. Es stürzt die Frau des Menelaos unser Troja nur ins Chaos!“

Als Menelaos’ von Griechenland sein Doppelbett vereinsamt fand, schifft wütend er mit Mann und Tross sich ein ins Land des Priamos. Dort gab’s zehn Jahre Kriegsgetöse und endete für Troja böse.

Doch plötzlich sind die Griechen weg. Zurück bleibt nur des Krieges Dreck und ein Holzpferd vor der Stadt, das es ziemlich in sich hat. Ganz Troja mochte diesen Zossen, nur Kassandra wirkt verdrossen. Sie warnt inständig vor dem Gaul: “lasst draußen ihn, da ist was faul!“ (Der Bauch des Zossen war beladen mit Griechen voll, wie Aas mit Maden).

Das Pferd ward in die Stadt gerollt, wo wie Odysseus das gewollt. Kassandras Warnung ward verlacht und Troja total platt gemacht! Die Moral von der Geschicht: „Trau niemals einem Holzpferd nicht!“

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