Inklusion und Spitzensport

Die Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg geht an diesem Wochenende  in die Endphase.  Aber schon jetzt hat diese schnelle, athletische und technisch anspruchsvolle Sportart viele neue Fans dazugewonnen.

Hamburg begrüßt die Rollstuhlbasketballer aus aller Welt schon an den St. Pauli-Landungsbrücken. Deutschlands größtes Banner (170×10 Meter) lenkt den Blick mit dem Slogan „ZaDonk“von Dock 10 auf die andere Elbseite nach Wilhelmsburg. Dort im Inselpark, der einst für die Internationale Gartenschau errichtet wurde, rollt seit einer Woche das größte paralympische Sportevent nach den Paralympics.

„Wir wollen die Menschen nach Wilhelmsburg locken und ihnen die Faszination dieses tollen Sports nahebringen“, sagte Organisationschef Anthony Kalhlfeld vor der WM. Und das scheint schon gelungen, bevor die WM am Wochenende in die Endphase kommt. Der Zuschauerzuspruch ist groß, die Dauerkarten sind längst ausverkauft und die Stimmung bombastisch. „Es ist eine enorme Energie in der Halle“, schwärmt Nationalspielerin Laura Fürst.  „Das gibt uns einen zusätzlichen Schub und trägt uns.“

Spätestens seit die Deutsche Frauenmannschaft bei den Paralympischen Spielen in London die Goldmedaille gewonnen hat und diesen Erfolg vier Jahre später in Rio mit der Silbermedaille bestätigte, hat sich auch hierzulande herumgesprochen, dass Rollstuhlbasketball Spitzensport in höchster Perfektion bedeutet.  Wir haben in Deutschland die stärkste Rollstuhlbasketball-Liga in Europa“, sagt Frauen-Bundestrainer Martin Otto.

Im Gegensatz zu den Vereinsmannschaften treten Männer und Frauen bei der Weltmeisterschaft in getrennten Teams an. Bestehen bleibt allerdings das Alleinstellungsmerkmal dieses Sports, das es zum Musterbeispiel für Inklusion macht: Menschen mit verschiedenen Handicaps oder gar keinen Behinderungen spielen in einem Team zusammen.

Für sportlich vergleichbare Teamzusammensetzungen sorgt das Klassifizierungssystem, in dem es je nach Behinderung unterschiedlich viele Punkte gibt, kein Team aber die Höchstzahl von 14 Punkten überschreiten darf. So ist es auch möglich, dass „Fußgängerinnen“ wie Marina Mohnen und Mareike Miller eingesetzt werden, die den Rollstuhl lediglich als Sportgerät nutzen. Ein Sportgerät, dass inzwischen technisch so hochentwickelt ist, dass es dynamisch und robust zugleich für diese schnelle und athletische Sportart ist.

Bleibt noch die Frage, was eigentlich das nicht nur in Wilhelmsburg Allgegenwärtige, wie aus der Comic-Sprache entlehnte „ZaDonk“ bedeutet. „Es ist das Geräusch eines Basketballs beim Auftippen“, sagte Organisationschef Kahlfeldt dem Hamburger Abendblatt, „wir brauchten einen Slogan, der weltweit verständlich ist.“

Ganzer Text: https://www.zdf.de/sport/rollstuhlbasketball-inklusion-und-spitzensport-100.html

Zur Geschichte des Rollstuhlbasketballs (zitiert nach welt.de):

„Rollstuhlbasketball ist eine noch recht junge Sportart. Die Geschichte beginnt nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs zeitgleich in den USA und Großbritannien. Ehemalige Basketballer, die trotz ihrer Kriegsverletzungen ihren Sport weiterführen wollten, entwickelten das Spiel. So wurden in Militärkrankenhäusern erste Spiele organisiert.

Die Verbindung zu Krankenhäusern oder Reha-Kliniken ist immer noch eng. Viele Spieler erhielten den ersten Kontakt zu dem Sport nach einem Unfall in einer Klinik der Berufsgenossenschaften. Eine zentrale Aufgabe der gesetzlichen Unfallversicherung ist es schließlich, Menschen nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit „mit allen geeigneten Mitteln“ zu rehabilitieren und wieder in das Berufsleben einzugliedern. Sport ist dabei immer Teil jeder erfolgreichen Rehabilitation. So arbeiten auch Hamburgs bekannte Behindertensportlerinnen wie Edina Müller, Anne Patzwald oder Maya Lindholm in der Klinik in Hamburg-Boberg und sind zugleich Motivatoren und Vorbilder für ihre Patienten.“

Ganzer Text: https://www.abendblatt.de/nachrichten/article215063445/28-Mannschaften-94-Spiele.html

Ebenfalls interessant